Samstag, 17. August 2013

Rezension: Der Name der Rose




VerlagHanser 
Erscheinungsjahr: 1983
Seiten: 634
Preis: 2,00 €
Gefunden in:   einer kleinen Secondhand Buchhandlung
Bewertung♥♥♥


"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort"




Inhalt

Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Adlatus Adson von Melk besuchen im November des Jahres 1327 eine Benediktinerabtei im Norden Italiens. Dort soll ein Treffen zwischen den Abgesandten des Papstes und denen des Franziskanerorderns stattfinden, um die theologische Frage nach der Armut der Kirche und Jesus Christi zu klären. Bevor es jedoch zu diesem Treffen kommt, geschehen in der Abtei merkwürdige Dinge. Ein Miniaturenmaler wird Tod aufgefunden. Der Abt bittet den, für seinen scharfsinnigen Verstand bekannten, William von Baskerville den Mord aufzuklären und den Täter zu finden.  Kurz darauf verschwindet ein weiterer Mönch. Nach und nach offenbaren sich William und Adson weitere Geheimnisse, Intrigen und politische sowie auch religiöse Konflikte, die alle ihren Ursprung in der Bibliothek zu haben scheinen. Gepackt vom Untersuchungsfieber, entziffert William geheime Schriften, entschlüsselt fremde Schriftzeichen und kommt dem Geheimnis, dass die Abtei umhüllt, immer näher ...

Meine Meinung

Es fiel mir nicht leicht all diese Eindrücke, die das Buch in mir hinterlassen hatte, in Worte zu fassen. Ich hatte immer das Gefühl, dass alles was ich zu diesem Buch zu sagen hätte,  dem Buch und der Geschichte nicht annähernd gerecht werden könnte. „Der Name der Rose“ gehört nicht ohne Grund zu den Klassikern der Weltliteratur
Die Geschichte wird rückblickend von Adson von Melk wiedergegeben, der die Geschichte aus seiner Sicht erzählt und dabei auf sein Leben als Novize zurückblickt. Das Buch ist in 7 Kapitel unterteilt, die die 7 Tage und Nächte des Aufenthalts der beiden Protagonisten widerspiegeln. Außerdem werden die 7 Kapitel in sich noch einmal geteilt, dem Tagesablauf der Mönche entsprechend, welcher bestimmte Gottesdienste oder vorgeschriebene Essenszeiten beinhaltet. Die Handlung und das Geheimnis um die Abtei reißen den Leser von der ersten Minute mit und man ist gefangen zwischen Intrigen, Streitigkeiten und Verschwörungen. Diese Spannung wird durch weitere Morde, neue Erkenntnisse immer weiter aufgebaut und lässt an keiner Stelle nach. Der Leser tappt lange im Dunkeln, wie auch William und Adson, und kann erst am Ende alle Puzzleteile zusammenfügen. Besonders einfühlen kann man sich als Leser in die beiden Protagonisten William und Adson. William, der mit seinem Verstand und seinem unendlichen Wissen über Literatur, Geschichte und die Welt, den Leser nur staunen lassen kann. Jede seiner Bewegung, jede seiner Aussage wird von Adson notiert und dem Leser berichtet.  Aber auch die Gefühlswelt des etwas verunsicherten Adson wird dem Leser ausdrücklich dargestellt und man fühlt sich als Teil seiner selbst und seiner Gedanken. Wer genau hinsieht könnte einige Parallelen zu dem Ermitllerduo Sherlock Holmes und Dr. Watson, finden. 
Der Schreibstil mag für manche zunächst gewöhnungsbedürftig sein, jedoch findet man sich sehr schnell ein und wird von der Handlung mitgerissen. Ein Hindernis könnten die zahlreichen Zitate der Lateinischen Sprache sein, die zwar kurz, jedoch für diejenigen Leser ohne Lateinkenntnisse, schwer zu entziffern sind. Die Übersetzungen der Zitate und andere Fremdwörter sind am Ende des Buches übersetzt und gelistet.
„Der Name der Rose“ ist sicherlich kein Buch für Zwischendurch oder etwas, dass man nebenher mal so liest. Auf dieses Buch und sein Wissen muss man sich vollkommen einlassen. Es sind nicht nur die zahlreichen Charaktere, mit ihren eigenen Geschichten, sondern vor allem auch die Einblicke in die Konflikte der Zeit, die volle Aufmerksamkeit des Lesers erfordern. Diese religiösen und auch politischen Konflikte, die dem Leser eröffnet werden, sind vom Autor sehr gut recherchiert und wiedergegeben. Neben dieser Streitigkeiten, werden auch philosophische Fragen aufgegriffen und von den Protagonisten und anderen Charakteren beantwortet und reflektiert. Dem Leser eröffnen sich während dem Lesen immer wieder neue Perspektiven und Sichtweise auf Dinge, die uns in der Welt begegnen und die Teil unserer Geschichte sind.

Fazit

Ein großartiges Buch, welches bis zum Ende hin spannend bleibt und den Leser teilhaben lässt an einer Zeit, die geprägt war von religiösen, politischen und auch philosophischen Konflikten. Kein Buch für Zwischendurch, denn es erfordert volle Aufmerksamkeit und eröffnet dann seine volle Wirkung, die den Leser sprachlos zurücklässt. 
Normalerweise gehören Krimis nicht zu meinem Lieblingsgenre, aber dieses Buch wird mir immer in Erinnerung bleiben und ist definitiv eines der besten Bücher, welches ich bisher gelesen habe. 

Auf dieses Buch bin im Rahmen der Rory Gilmore Challenge gestoßen!

Kommentare:

  1. Der Name der Rose ... ich liebe dieses Buch und könnte es immer wieder lesen! Sehr schöne Rezension. :) Der Film zum Buch ist auch nicht schlecht.

    Und danke für deinen Kommentar! Mickey und Minnie sind wirklich unschlagbar. ;)

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  2. In Frezeitparks wird die Realität irgendwie immer gänzlich ausgeschaltet. :) Ich finde es so schön, für einen Tag mal alles vergessen zu können, was mir so im Kopf herumschwirrt und versuche eigentlich, jeden Sommer einmal einen Park zu besuchen.

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